Was bedeutet biozyklisch-vegan?

Vegan liegt im Trend. Vegane Produkte werden meistens aus ethischen Gründen gekauft. Auf Bienenprodukte wie Honig und Wachs wird bei veganen Produkten verzichtet. Die Biene stellt jedoch ein Sonderfall da, denn 80% unserer Nutzpflanzen sind von der Bestäubungsleistung der Bienen abhängig. Also auch eine veganer Lebensstil ist auf (Honig-)Bienen und andere tierische Bestäuber angewiesen. Das Überleben der Europäischen Honigbiene als Hauptbestäuberin hängt heute von der Pflege durch Imker ab.

 

Im Realitätscheck bedeutet 'vegan' nur sehr selten 'nachhaltig' und 'bienenfreundlich'. Der biozyklisch-vegane Landbau berücksichtigt alle drei Aspekte und stellt somit eine echte Alternative für Veganer, denen Förderung und Wohl aller Bienen am Herzen liegen.

Bienenretter Biozyklisch vegan
Mischkulturen fördern Bienen.

Die 6 wichtigsten Punkte:

Ganzbetrieblicher Ansatz

Auf biozyklisch-vegan arbeitenden Betrieben werden alle Betriebsflächen biozyklisch-vegan bewirtschaftet. Eine Teilflächenumstellung ist nicht gestattet.


Förderung der Artenvielfalt

Im biozyklisch-veganen Anbau wird Mischkultur betrieben, oft in Verbindung mit Gründüngung und anderen Maßnahmen, die die Artenvielfalt auch von Insekten und Bienen aktiv fördern.



Verbot tierischer Hilfsstoffe

Biozyklisch-vegane Betriebe verwenden keinen tierischen Dung.  Auch andere Pflanzenbehandlungsmittel auf der Basis tierischer Exkremente oder Körperteile (z.B. Hornspäne) sind nicht erlaubt.


Humusaufbau fördern

Gezielte Unterstützung der Mikroorganismen des Bodens sowie die Herstellung naturähnlicher Wachstumsbedingungen fördern den Aufbau und Bildung von Humus sowie regenerien den Boden.



Geschützte Feldlage

Je nach Lage einer Parzelle gibt es unterschiedliche Wechsel-wirkungen mit Umwelt und Ökosystem. Felder müssen gegenüber Agrochemikalien von benachtbarten Feldern aus konventioneller Landwirtschaft (Abdrift) geschützt werden. Hierzu wird ein 'Biozyklischer Betriebsindex' individuell ermittelt und bewertet.


Bäuerliche Familienbetriebe

Der Kauf biozyklisch-veganer Produkte aus Griechenlannd und Zypern ist ein Beitrag zum Erhalt kleinbäuerlich strukturierter Familienbetriebe. Durch ihre Existenz wird das Vordringen großflächig mechanisierbarer Monokulturen verhindert. Entscheidend ist Qualität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.



Bestäubung im biozyklisch-veganen Anbau

Die Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM) hat den biozyklisch-veganen Anbau Ende 2017 zu einem weltweit gültigen Bio-Standard erhoben. In den Richtlinien heißt es zur Bestäubung:

 

"Die Bestäubung hat auf natürlichem Wege zu geschehen, d h dass sie spontan durch wilde Spezies ohne menschliche Einschränkung erfolgt. Die Haltung von Insekten, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Hummeln und (Honig-)Bienen in künstlichen Nistvorrichtungen, sei es zum Zweck der Bestäubung oder der kommerziellen Ausnutzung, oder die Nutzung von Dienstleistungen Dritter, die diesen Zweck verfolgen, ist verboten. Wilde Bestäuber sind durch ein ausreichendes Angebot an Blühpflanzen und Nistmaterial anzusiedeln und zu fördern. Mögliche Nisthilfen sind so zu gestalten, zu konstruieren und aufzustellen, dass sie den spezifischen Bedürfnissen der anzusiedelnden Insekten entsprechen..."

Mehr Infomationen: Biozyklisches Netzwerk www.biocyclic-network.net