Naturnahe Betriebsweise

Die Lebensweise unserer Bienen soll möglichst ihrem Wesen entsprechen. Behausungen sollen möglichst naturnah sein und nicht zu belastungen der Umwelt führen. Dennoch müssen wir einigen urbanen Besonderheiten dabei berücksichtigen. Wir orientieren uns möglichst am Regelwerk der gesetzlich-geregelten Ökologischen Betriebsweise  . Bio heißt nicht immer nachhaltig, daher verzichten wir auf eine BIO-Zertifizierung unserer Kleinimkerei, die vom Bienenretter Bildungs

Bienen sollen auf eigenem Honig überwintern, daher entnehmen wir nur einen Teil der sonst üblichen Menge. Eine Begrenzung der Honigentnahme ist in den Bio-Richtlinien nicht geregelt. In besonderen (Not-)Fällen müssen auch wir mit einer Zuckerlösung auffüttern.

 

Bei Bio-Imkerein darf nur mit Bio-Zucker druch geführt werden. Dabei erhalten Bienenvölker ohne ausreichende Vorräte unter anderem einen Sirup aus Zucker und Wasser. Bienen vertragen anders als der Mensch keinen mineralreichen Roh(rohr)zucker sondern nur weißen raffinierten bzw. invertierten Zucker. Über 90% des weltweit hergestellten Bio-Zuckers stammen aus Zuckerrohr, dessen Anbau, Herkunft, Produktionsweisen, Arbeitsbedingungen und lange Transportwege aus den tropischen Gebieten stark in der Kritik stehen.

 

Der wenige deutsche Bio-Zucker aus Zuckerrüben ist auf dem Markt für Kleinverbraucher - wie wir - praktisch nicht erhältlich, da er direkt an Hersteller von Biowaren verkauft wird. Imkerei in Deutschland sollte nicht auf Importe aus Übersee angewiesen sein. Daher verwenden wir für unsere vergleichsweise kleinen Mengen konventionellen Zucker aus deutschen Zuckerrüben und setzen eigenen Honig ein.

 

Wir arbeiten an einer für uns akzeptablen Alternative.


Heimische Bienenweiden

Als Bienenweiden raten wir zu heimischen Pflanzen. Eingeführte Pflanzen - auch durch Imker - wie Riesen-Bärenklau oder Indisches Springkraut breiten sich unkontrolliert aus und bedrohen unsere heimische Artenvielfalt (invasive Neophyten-Problematik). Aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, gehört ebenfalls zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Naturwabenbau und Beuten

Unsere Bienen dürfen selbst bauen, wir lassen auch Naturwabenbau zu. Wir imkern in sogenannten Magazinbeuten (Zandermaß, Einfachbeute nach Dr. Liebig). Diese bieten für die Bedürfnisse in der Stadt viele Vorteile so sind gegenüber anderen Systemen die Eingriffe z.B. bei der Honigernte auf ein Minimum reduziert und eine optimale Hygiene gewährleistet. Kein Stress durch Wanderungen! Unsere Bienen und ihre Behausungen bleiben dort wo sie sind.

Varroa unter Kontrolle halten

Die Bienen sind durch die fast weltweit verbreitete parasitäre Varroa-Milbe auf eine Behandlung durch den Menschen angewiesen, sonst würden sie früher oder später sterben. Wir setzen Milch- und Ameisensäure gegen die Varroa-Milbe ein, so wie es die strengen Regeln der Ökolandbauverbände vorsehen. Diese organischen Säuren kommen als natürlicher Bestandteil im Honig vor.


Bei der Bienenhaltung in der Stadt setzen wir auf die Haltung in verkehrsarmen Gebieten mit vielen Blühflächen etwa in Kleingartengebieten, Hausgärten und Parks. Diese bunten Flächen kommen der ursprünglichen Umgebung der Biene näher als Wolkenkratzer, Balkon- oder Dachstände.